Werkstattunterricht
Der Werkstattunterricht wird
von der Lehrerin vorbereitet, die Durchführung ist weitgehend Sache der Kinder.
Sie arbeiten individuell und
meist unabhängig von der Lehrerin. Ihre Aufgaben wählen sie selber aus und
beschaffen sich die dazu notwendigen Informationen und Materialien
selbstständig. Die Kinder sind aktiv in die Gestaltung des Unterrichts
eingebunden und an den Unterrichtsentscheidungen teilweise mitbeteiligt. Dies
soll die Kinder dazu ermutigen, ihr Lernen selbst in die Hand zu nehmen.
Werkstattunterricht entsteht
also aus einem von der Lehrerin organisierten offenen Arrangement von
Lernsituationen und Materialien, bei dem die Kinder Mitbestimmungsmöglichkeiten
hinsichtlich der Arbeitsformen und Inhalte haben.
Es wird in Zeitblöcken
individualisiert und oft fächerübergreifend gearbeitet. Den Kindern werden
verschiedene Lernangebote unterbreitet, von denen sie – nach bestimmten Regeln
– freien Gebrauch machen können.
Grundidee
Die pädagogische
Grundüberzeugung, die hinter dieser Unterrichtsform steht, ist klar: Fast jedes
Kind kommt neugierig und lernwillig in die Schule. Wenn man es richtig anregt
und anleitet, wird es, dem eigenen Interesse folgend und dem eigenen Lerntempo
gemäß, viel dazu beisteuern können, die im Lehrplan geforderten Lernziele von
sich aus zu erreichen.
In der Werkstatt – Im Unterricht
o
in einer Werkstatt wird gearbeitet /
die Kinder arbeiten
o
nicht alle Mitarbeiter machen das
Gleiche / die Kinder arbeiten an unterschiedlichen Dingen
-
hier
ist ein Handwerker allein, dort sind drei zusammen an einer Arbeit etc. /
die Kinder arbeiten allein oder in Gruppen
o
nicht überall arbeitet der Meister
mit / die Kinder arbeiten z.T. selbstständig
Organisation und Rolle des Lehrers
Die Kinder sind zu Initiative
und aktiver Selbstständigkeit herausgefordert, da sie unabhängig arbeiten und
sich teilweise in Selbstkontrolle üben. Die Selbstwahl von Aufgaben erlaubt
ihnen teilweise, innerhalb eines von der Lehrerin gesteckten Rahmens,
persönlichen Lerninteressen nachzugehen. Dabei können sie sich auch mit anderen
Schülern zusammentun, sie dürfen sich frei im Klassenzimmer bewegen,
miteinander reden und je nach Lernangebot mit einem Partner oder in Gruppen
zusammenarbeiten. Die Kinder bestimmen weitgehend über Zeitpunkt, Tempo,
Rhythmus, Lernpartner und die Lernangebote des Wahlbereichs.
Die Lehrerin wird zur
Organisatorin, Beraterin, Moderatorin
oder Helferin, welche Lernprozesse – wenn möglich indirekt – anregt,
indem sie Aufgaben, Anschauungsmaterial, Hilfsmittel für Experimente etc.
bereitstellt und den Kindern beratend zur Seite steht. Das weitgehend
selbstständige Arbeiten der Kinder erlaubt ihr eine vertiefende Beobachtung der
Klasse und eine intensive persönliche Betreuung einzelner Kinder.