Lernen an Stationen
Beim Lernen an Stationen
handelt es sich um eine Form des selbstständigen Arbeitens, bei der
-
unterschiedliche Lernvoraussetzungen,
-
unterschiedliche Zugänge und Betrachtungsweisen,
-
unterschiedliches Lern- und Arbeitstempo
-
und häufig
fächerübergreifendes Arbeiten berücksichtigt werden.
Grundidee
Den
Kindern werden Arbeitsstationen zur individuellen Bearbeitung angeboten, an
denen sie selbstständig, in beliebiger Abfolge und meist auch in frei gewählter
Sozialform entsprechend ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten arbeiten. Damit
soll ihnen optimales Lernen und Üben ermöglicht werden.
Herkunft und
Entwicklung
Die
Idee des Lernens an Stationen, auch Lernzirkel genannt, kommt ursprünglich aus
dem Sportbereich. Das „circuit training", von Morgan und Adamson – 1952 in
England entwickelt, stellt den Sportlern unterschiedliche Übungsstationen zur
Verfügung, die sie der Reihe nach oder in freier Auswahl durchlaufen.
Eine Übertragung dieser
Lernform auf Unterrichtsinhalte in verschiedenen Fächern wurde zunächst an der
Schallenbergschule in Aidlingen/Baden-Württemberg, später am Seminar für
schulpraktische Ausbildung in Sindelfingen und seit etwa 1980 an vielen Schulen
aufgegriffen und stetig weiterentwickelt.
Der Herausgeber und die Autoren stellen die Ergebnisse
ihrer eigenen praktischen Arbeit und Erfahrung in dieser Reihe vor und bieten
ihre Materialien als Grundlage für den
direkten Einsatz oder als Grundlage für eine
Anpassung an eigene Bedürfnisse an.
Ziele
-
durch ein breites Angebot optimales Üben ermöglichen,
das die verschiedenen Lerneingangskanäle, unterschiedliche Aufgabenarten,
Schwierigkeiten und Hilfestellungen berücksichtigt,
-
vertiefendes Bearbeiten eines Inhalts beziehungsweise
eines Themengebietes, indem Kinder nach zuvor gestalteter Übersicht oder
Einführung die Inhalte auf ihre Art, mit ihren Möglichkeiten und in ihrem
individuellen Tempo auf unterschiedlichen Ebenen eigenständig bearbeiten,
-
selbstständig Themengebiete erarbeiten, indem die
Kinder durch angemessene Arbeitsangebote
Sachverhalte hinterfragen, erforschen, erfahren, gestalten usw.,
-
Angebote aus
Schulbüchern oder Medien unter ganzheitlicher Betrachtungsweise
aufarbeiten, indem die Kinder Aufgabenstellungen zu Teilgebieten mit
unterschiedlicher Betrachtungsweise und auf unterschiedlichen Ebenen
fächerübergreifend bearbeiten.
Organisation
Die einzelnen Arbeitsaufträge
geben den Kindern klare oder offene Aufgabenstellungen mit eindeutigen
Anweisungen. Die Angebote werden im Klassenzimmer zur Verfügung gestellt, während
der Arbeitsauftrag durch Aushängen oder Auslegen bereitgestellt wird.
Die Kennzeichnung der
einzelnen Stationen durch Ziffern, Buchstaben oder Symbole helfen den Kindern
bei der Orientierung.
Eine
Fortschrittsliste bzw. ein Laufzettel gibt Kindern wie Lehrkräften jederzeit
eine Rückmeldung über den derzeitigen Bearbeitungsstand und dient der
Übersicht.